Liebe Leserinnen und Leser,
dieses Jahr darf ich Ihnen den DIBt-Jahresbericht erstmals im digitalen Format präsentieren. Kurz, knapp und allzeit verfügbar stellen wir Ihnen die wichtigsten Informationen und Kennzahlen zum DIBt, seinen Aufgaben und den Entwicklungen der Jahre 2023 und 2024 zusammen.
Was hat diese beiden Jahre geprägt? Für mich waren das die zahlreichen Gespräche rund um die Novelle der Bauproduktenverordnung und die umfassenden Bemühungen der Bauwirtschaft um ein nachhaltigeres Bauen in all seinen Facetten von der Produktherstellung und Verwendung, über den Betrieb von Gebäuden und das Bauen im Bestand bis hin zu Recycling und Wiederverwendung von Bauteilen, aber auch die Weiterentwicklung der Eurocodes, die Diskussionen über die Kostenauswirkungen der Normung, und last but not least, die Digitalisierung der eigenen Prozesse im DIBt.
Bezüglich der neuen Bauproduktenverordnung haben wir im DIBt die Hoffnung, dass die Problematik der lückenhaften harmonisierten europäischen Produktnormen gelöst oder wenigstens gemildert werden kann, wenngleich es im sogenannten Acquis-Prozess noch "ruckelt", d.h. die bestehenden Anforderungen der Mitgliedstaaten weiterhin nicht immer berücksichtigt werden.
Richtig und wichtig ist hingegen das klare Bekenntnis der Bauproduktenverordnung zu mehr Nachhaltigkeit und Digitalität. Und das sage ich, auch wenn an vielen Stellen noch Elemente und Details für die Umsetzung fehlen und sich manche von uns vielleicht ins kalte Wasser geworfen fühlen.
Dass ein Mehr an Ressourcenschonung und CO2-Reduktion möglich ist, stellen die Hersteller, die bei uns Zulassungen, Bauartgenehmigungen und ETAs für ihre Innovationen beantragen, schon seit vielen Jahren unter Beweis. Durch geeignete politische und rechtliche Rahmenbedingungen, national wie europäisch, können wir klima- und ressourcenfreundlicheres Bauen fördern und unterstützen.
Mit Blick auf die künftigen Anforderungen im Bauwesen und den technologischen Fortschritt ist auch die Arbeit an der zweiten Generation der Eurocodes zu sehen, die aktuell auf die Zielgerade einbiegt. Wie die erste Generation der Normenreihe soll auch die zweite Generation dieses für Europa zentralen Bemessungsregelwerks in Deutschland bauaufsichtlich eingeführt werden. In diesen Prozess ist das DIBt eng eingebunden.
Normen konsolidieren den technischen Fortschritt und tragen zum Abbau technischer Handelshemmnisse bei. Zuletzt war jedoch insbesondere die Auswirkung der Normung auf die Baukosten im Gespräch. Die Kostenwirkung der Normen relativiert sich zwar im Vergleich zur Entwicklung der Grundstückspreise, der Materialkosten und der Zinsentwicklung in den letzten Jahren. Normen ändern sich auch nicht so schnell. Doch der Eindruck von Planenden von Vorschriften erdrückt zu werden, muss ernst genommen werden. Konkrete Vorschläge zur Verbesserung oder zur Streichung sind immer willkommen.
In unserer Arbeit werden wir von einem breiten Netzwerk an Expertinnen und Experten unterstützt. Und bei diesen möchte ich mich an dieser Stelle bedanken: Vielen Dank an alle Sachverständigen, die ihr vielseitiges Fachwissen mit uns teilen. Vielen Dank an unsere Gesprächspartnerinnen und -partnern in der Bauwirtschaft, die mit ihren Innovationen zu uns kommen. Vielen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen, die sich mit ihrem Fachwissen bei uns einbringen. Und, last but not least, vielen Dank an die Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Ländern, die uns ihr Vertrauen entgegenbringen
Besonders herzlich bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei Herrn Werner Koch aus Hamburg, der unser Institut mehr als 17 Jahre lang als Verwaltungsratsvorsitzender begleitet und vorangebracht hat, und bei Ministerialrat Gernot Rodehack aus Bayern, der diese herausfordernde Aufgabe für die kommenden Jahren übernommen hat.
Mit einem so starken Netzwerk kann es gelingen, die Weichen für eine digitale und nachhaltige Zukunft im Bauwesen zu stellen. Packen wir es an!