Als gemeinsame Marktüberwachungsbehörde der Länder hat das DIBt eine koordinierende Rolle in der Marktüberwachung von CE-gekennzeichneten Bauprodukten. Das Institut organisiert Fortbildungen und Erfahrungsaustausch und führt die Geschäfte des Arbeitskreises Marktüberwachung BAU. Bei Verdacht auf materielle Mängel organisiert das DIBt geeignete Produktprüfungen und führt darauf basierend eine Risikobewertung durch.
2023 und 2024 wurden auch weitere Digitalisierungsschritte im Bereich der Marktüberwachung umgesetzt. Die Schnittstelle zwischen dem nationalen Vorgangsmanagementsystem der Marktüberwachungsbehörden im Bauwesen, MÜ|CE, und ICSMS, dem Informations- und Kommunikationssystem der Europäischen Kommission wurde 2023 fertiggestellt. Die Marktüberwachungsbehörden der Länder können so ihren Melde- und Berichtspflichten gegenüber der EU auf digitalem Weg nachkommen. Derzeit laufen noch die Arbeiten zur Anbindung der Zollbehörden an ICSMS.
Die Marktüberwachungsbehörden im Bausektor sind über das Gremium für europäischen Verwaltungszusammenarbeit im Bereich der Bauproduktenverordnung (AdCo CPR) eng miteinander vernetzt. Das Gremium organisiert auch gemeinsame Marktüberwachungsaktionen. 2024 lief beispielsweise eine EU-weite Marktüberwachungsaktion (Joint Action) im Bereich der werkmäßig hergestellten Wärmedämmstoffe nach verschiedenen harmonisierten Produktnormen an. Im Rahmen der Aktion soll ein Querschnitt der Produkte auf formale Mängel allgemein sowie auf materielle Mängel beim Wärmedurchlasswiderstand und Brandverhalten untersucht werden. An der freiwilligen Aktion beteiligen sich Belgien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden und Deutschland. Die beteiligten deutschen Marktüberwachungsbehörden haben sich darauf verständigt, Produkte aus extrudiertem Polystyrolschaum (XPS) nach EN 13164 zu kontrollieren. Das DIBt organisiert die erforderlichen Produktprüfungen und führt zentral die Risikobewertung durch.